Philipp Mayweg gefunden
Die Herkunft von Philipp Mayweg *1797 war lange Zeit unklar.
In den dunklen Jahren der deutschen Geschichte mussten sich viele Menschen mit der Herkunft ihrer Vorfahren beschäftigen, auch einige Mitglieder unserer Familie. Philipp Mayweg wurde - wie wir inzwischen verlässlich wissen - 1797 unehelich geboren. Seine Enkelgeneration lebte in diesen unsäglichen Zeiten und einige bemühten sich, dieses Rätsel um ihren Großvater aufzulösen - was aber nicht gelang. Erschwerend kam hinzu, dass die Kirchenbücher von Wickede (Dortmund-Wickede) im Jahr 1838 verbrannten. Somit waren die offiziellen Aufzeichnungen der Gemeinde, in der sich Philipp Mayweg niederließ, verloren.
Diesen Mangel versuchte der Pfarrer C.F. Zahn Anfang der 1850'er Jahre zu heilen, in dem er Einträge aus den Familienbibeln zusammentrug und diese in dem Buch Familienbuch "der Bewohner des Dorfes Wickede am Hellwege in der Grafschaft Mark" niederschrieb. Dabei ist mit ihm offensichtlich häufiger die Fantasie durchgegangen und er hat einiges, z.T. mit Hohn und Spott dazu gedichtet, sodass dieses Buch heute noch unter Verschluss liegt.
Eine Episode aus diesem Familienbuch spricht von einem Königsgeschenk an Philipp Mayweg, weil er sich in den Befreiungskriegen gegen Napoleon wacker geschlagen haben soll. Nun könnte Philipp Mayweg sich tatsächlich an den Befreiungskriegen beteiligt haben, war doch sein Vater ein Unteroffizier im Regiment von Schenck. Und auch altersmäßig wäre seine Teilnahme an den Befreiungskriegen denkbar. Nachweise für das besagte Königsgeschenk oder für die Beteiligung an den Befreiungskriegen habe ich jedoch nicht gefunden. Die beiden „Sagen“ passten dafür aber schön in eine etwas unbequeme Familiengeschichte.
Warum Philipp Mayweg's Geburt nicht schon früher gefunden wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Anfang 2018 fand ich seinen Geburtseintrag in einem Garnisonskirchenbuch:
Johann Carl Philipp Mayweg, geb. 10. Feb. 1797, getauft 15. Feb. 1797
Vater: der Unteroffizier des hochlöbl. Regiments von Brehmer Johann Heinrich Meiweg
Mutter: Catharina Elisabeth Ruß
Besagter Johann Heinrich Meiweg findet sich als Henrich Meyweg als 35-jähriger Unteroffizier in dem Regimentsbuch von Schenck aus dem Jahre 1803 mit der Herkunftsinformation Halsknop bei Altena wieder. Somit kann unsere Familie mit dem bekannten Familienstammbaum Mayweg aus Nettenscheid verbunden werden und auf Stephan Mayweg *1640 zurückblicken.