Namen sind Schall und Rauch!?
Weit gefehlt! Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, warum er
so heißt, wie er heißt. Vielfach ist die Bedeutung bzw. der Ursprung der
Familiennamen nachvollziehbar, häufig aber hat sich die Schreibweise bzw. die
ursprüngliche Bedeutung vom heutigen Sprachgebrauch entfremdet.
Man könnte meinen, daß die Herkunft des Namens Maiweg keine große
Herausforderung für einen Familienforscher (schon gar nicht für einen
Namensforscher) darstellt. Aber der zweisilbige Name, bestehend aus zwei im
aktuellen Sprachgebrauch durchaus häufig verwendeten Substantiven, ist nicht so
einfach herzuleiten - wie es scheint. Also habe ich mal die ein oder andere
Interpretation zusammengestellt:
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aus der
Familienchronik von Alfred Diedrich Rahmede von 1942;
"Der Name Mayweg leitet sich ohne Zweifel von Flurbezeichnungen
her, die als Maiweg und Meiweg in der kleinen Ortschaft Nettenscheid
mehrfach vorkommen und nach denen wohl zunächst der Hof benannt wurde, zu
dem sie gehörten. Von dem Hof wiederum ist dann im Laufe der Zeit der Name
auf seinen Besitzer übergegangen. (Der Bauer vom Maiweg-Hof, der
Maiweg-Bauer, der Maiweg.) Wir haben also hier eine Art der Entstehung des
Familiennamens vor uns, die in unserem engeren Heimatgebiet keine Seltenheit
ist. Nicht so leicht erklärbar ist der Sinn und die Bedeutung des älteren
Flur- und jüngeren Familiennamens.
Friedrich Kluge schreibt in seiner "Deutschen Namenskunde":
"Eine merkwürdige Schicht bilden Familiennamen, die mit dem Kalender im
Zusammenhang stehen. Monatsnamen wie Januar, Hornung, März, Mai, Wintermonat
usw. begegnen als Familiennamen, sie erscheinen auch in Zusammensetzungen
wie z.B. Meyland, Meibusch, Maibaum, Meienberg, Meyhove, Maiborn und Maihoff."
Zu dieser Gruppe von Namen gehört aber ohne Zweifel auch unser Mayweg
Goebel, in seinen "Niederdeutschen Familiennamen", erklärt nun z.B. den
Namen Maibaum so, daß er in ihm den Siedler bei einer auffallenden Birke,
dem Maibaum, sieht; so könnte also Mayweg oder Maiweg der Siedler an einem
mit Birkenbäumen, eingefassten Weg oder Pfad sein. Es heißt nun aber weg
oder wege nicht Pfad oder Weg, sondern auch wehen, blasen und ist in dieser
Bedeutung in unserer Gegend oft in Flurnamen anzutreffen. (Beispiel:
Wehberg, in alten Urkunden Wegeberg bei Lüdenscheid = Berg auf dem die Winde
wehen, wo es immer windig ist.) Maiweg kann also auch soviel bedeuten wie
Maiwind = Frühlingswind, eine Flur also, auf der es im Frühjahr besonders
windig ist. Diese Erklärung der Bedeutung des Namens scheint mir viel für
sich zu haben."
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Herr Prof.
Dr. Jürgen Udolph, Lehrstuhl für Onomastik (Namensforschung) beantwortete
meine Frage nach der Herkunft des Familiennamens Maiweg u.a. so:
..."unter 40 Millionen Telefonteilnehmern ist der Name (Maiweg) 70mal
bezeugt"
..."Nicht selten ist auch Mayweg, 46mal belegt"
..."Die Streuung von Maiweg zeigt, daß der Name vor allem im
Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen häufig ist. Die Herleitung von einem
Flurnamen dürfte richtig sein, es liegt also ein sogenannter Herkunftsname
vor. So interpretiert ihn auch M. Gottschald, Deutsche Namenkunde,
Berlin-New York 1982, S. 338. Die richtige Interpretation von Mei,
Mai finden Sie bei H. Dittmaier, Rheinische Flurnamen, Bonn 1963, S.
99f., wo auch weitere Literatur genannt ist."
Im weiteren verweist Herr Prof. Udolph auf weitere Standardwerke der
Familiennamensforschung, die ich im folgenden zitiere.
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Max
Gottschald, Deutsche Namenskunde, 1971
"Mai: Monat x MAG Kf. und Magwald; siehe auch S.153 Niederrh.
Flurn. Mai
< ul. hamei "Landwehrsperre"; FN. Ingenmey s.in. Auch sinst wohl Flurnamen
so in Mayweg, Meiendriesch u.a. ..."
(auf Seite 153 dann weiter:)"Aber gar nicht so seltzen sind beide
Deutungsarten durchaus möglich. Wenn Mai auch sets der Monatsname sein wird,
so ist der altdeutsche Personenname Majo (<MAG) doch gar nicht so selten und
sicher oft mit dem jüngeren Übernamen zusammengefallen."
"MAG 1. zu ahd. magan "vermögen". 2. zu ahd. māg
"Blutsverwandter" soweit die N. nicht durch Anstoßung oder Schwächung der
Mittelsilbe auf MAGAN zurück gehen.
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Albert
Heintze, Paul Cascorbi, Die deutschen Familiennamen, 1933
"Mai
a) I.s. Magan
b) III. der Monat vgl. S. 54 auch Maye; Mey, Ingenmey. zss. Maibaum (-bohm),
-blüh, -busch, -dorn, -hack(Hag), -hof, -holzer, -kath(katze?) ...."
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in Gesprächen
mit Ortskundigen und Heimatforschern erhielt ich weitere Deutungen des
Familiennamens:
- in der Altenaer Umgebung führten die Verbindungswege zwischen den Höfen
und den Baumbeständen häufig durch die Felder und Äcker. Die Nutzung dieser
Wege war in der Zeit zwischen Aussaat und Ernte verboten. Da dieser Zeitraum
im Mai begann, wurden diese Wege Maiweg genannt.
©
Harald Maiweg /
zuletzt aktualisiert:
Samstag, 29. Oktober 2005
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